Montag, 18 Dez 2017
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Glückliches 2:1 gegen starken FC Hevesen PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Administrator   
Freitag, den 10. November 2017 um 18:09 Uhr

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Motto: Wer in den „Schweine-Spielen“ siegt, spielt oben mit

171107 SCA-Hev02Es gibt Spiele, die hat man vom Tabellenstand von vornherein gewonnen. Braucht praktisch nur noch auflaufen, ein durchschnittliches Programm abliefern und dankbar dann den Sieg verbuchen. So dachte auch der SC Auetal im Nachholspiel am Dienstag gegen Hevesen. Dritter gegen Zwölfter, zu Hause auf Kathrinhagener Gelände, wo unser SCA die letzten Jahre immer siegreich blieb. Kann da was schiefgehen? Beinahe wäre es passiert, denn Hevesen war besser. Lange Zeit lagen die Gäste in Front, standen sicher in der Abwehr und mussten dank zweier Samer-Mahmo-Tore beim 2:1 doch ohne Punkte heimwärts fahren.

Marco Gregor und einige Spieler hatten sich den FC Hevesen vor zweieinhalb Wochen in Exten angesehen. Dort unterlag der FCH mit 1:5. Auch in Pollhagen (2:7) und Rinteln (0:6) steckten die Achumer hohe Niederlagen ein. Der SC Auetal war also hoher Favorit. Doch wie’s im Fußball ist, so wehrt sich unerwartet dann der Gegner. Wenn bei der eigenen Mannschaft nichts läuft und Pleiten, Pech und Pannen bei den Chancen sich die Hand reichen, spricht man von sogenannten ‚Schweine-Spielen‘. Nichts gegen diese Tierart oder unseren Gegner, doch haben wir in diesem Spiel so richtig ‚Schwein‘ gehabt, dass wir doch noch gewannen.

171107 SCA-Hev03Am Nachmittag gab es die erste böse Überraschung. Die Stadt hatte sich zu einer Heizungsreparatur entschlossen und ohne Vorwarnung die Rohre rausgerissen. Kein Grund zur Spielabsage, so ließ sich unser Spartenleiter Volker Müller beim Staffelleiter rückversichern. Das Duschen musste an der Obersburg oder zu Hause stattfinden. Unangenehm war‘s für die Spieler schon.

Beim Aufwärmen zog Julian Seele die Sympathien an sich. Der erfahrene Stürmer von Hevesen trug eine Sturmhaube im Halloween-Aussehen. Grinsende Fratze mit fetter Narbe. Das wirkte irgendwie sympathisch. Auf Auetaler Seite fehlten die üblichen Verletzten. Den Kasten hütete nun „Bomber“ Müller,  der aus Hannover rüberkam. „Für mich ist’s eine Umstellung“, meinte der alte Haudegen, der seine stärkste Zeit um die Jahrtausendwende in Hessisch-Oldendorf und Algesdorf erlebte. „Ich spiele eigentlich nur noch bei den Alten Herren. Wir nutzen hier die kleinen Tore. Strafraumbeherrschung und rauslaufen brauchst du dort nicht.“ Bomber machte seine Sache gut.

In der 1. Halbzeit tat sich auf Auetaler Seite wenig. Basti Wagner versuchte es nach Abschlag mit einem 40m-Schuss, der ging knapp vorbei (7.min). Dann kam einige Zeit nichts mehr. Marco Gregor zeigte sich unzufrieden. „Ruhe im Spielaufbau, Jungs. Wir spielen gerade Flipper“, schimpfte er von der Außenlinie. Dann sollte ein Fernschuss zum Erfolg beitragen. Wieder war es Basti Wagner, diesmal aus 25m, knapp drüber (18.min). „„Geht hier nur Bum-Bum die ganze Zeit? Wollen wir es mit dem Dampfhammer probieren?“ Unser Trainer lag mit seinem Stimmungspegel weiterhin in der roten Zone.171107 SCA-Hev04

Lars Deppe, Sportlicher Leiter bei den Gästen, sinnierte indessen über die Möglichkeiten der heimischen Vereine. „Ist es wirklich ratsam für eine Schaumburger Mannschaft, aufzusteigen?“ Tatsächlich lassen es die Spitzenteams der Kreisliga an Konstanz vermissen. Rinteln (aus 6 Spielen nur ein 1 Sieg), Exten (von Rinteln gerade 0:4 abgebügelt), die FSG PoNoLa (sie verloren am gleichen Tag zu Hause 1:4 gegen Lauenau) und unsere Auetaler (mega-schwergetan gegen den FC Hevesen) beweisen diese Tage, dass es in der Kreisliga doch schön und spannend ist. Eine Klasse höher gäbe es, egal wer aufsteigt, nur langen Hafer.

171107 SCA-Hev06Dann kam der FC Hevesen. Chaos in der Auetaler Abwehr, ein Querschläger und ganz viel Glück. Am Ende schießt ein Heveser, entweder war es Ott oder Siekmeier, knapp übers Tor (25.min). Wie man es noch weit schlimmer anstellt, bewies der SC Auetal dann vier Minuten später. Wir nennen aus Selbstschutz keine Namen, doch tritt ein Auetaler über den Ball. Julian Seele, der mit dem Fratzen-Spass und Monster-Erfahrung, nimmt diese Einladung dankbar an, marschiert alleine Richtung Tor, lässt ‚Bomber‘ Müller aussteigen und schiebt ins leeren Tor: 0:1 (29.min). Verdiente Führung für den FC Hevesen.

Zwar hatte unser SCA noch eine Möglichkeit kurz vor der Halbzeit, doch Samer Mahmo schießt nach einer Neermann-Ecke knapp übers Tor. „Wenig erbaulich“, urteilt unser Spartenleiter Volker Müller zur Halbzeit über das Gesehene und sprach den Zuschauern wohl aus der Seele.

Lars Deppe auf Hevesener Seite war vom Spiel seiner Mannschaft natürlich angetan. „Respekt vor unserer Abwehr. Wir standen hinten gut. Beim Gegentreffer war die Auetaler Abwehrkette zu hoch postiert. Es kam zur 1:1 Situation; Julian Seele hat das prima gemacht. Solange uns die Kräfte nicht schwinden, sehe ich gute Möglichkeiten. Doch wie ich Marco Gregor kenne, werden die Auetal zu Beginn der 2. Halbzeit richtig Gas geben.“

Schön, wenn es so gekommen wäre. Doch unsere SCA-Cracks dümpelten weiter vor sich hin. Viel guter Wille. doch suchten wir die spielerische Lösung und brachten uns bei Ballverlusten unnötig in Gefahr. Vor dem Tor sprang zunächst nichts Zählbares heraus. Die Krönung boten Lukas Herrmann und Basti Wagner, die sich am 5m-Raum des Gegners den Ball gegenseitig  vom Fuß nahmen (56.min). Später wurde in der Kabine überlegt, wer von den beiden denn der größerer Verhinderer der Torchance war.171107 SCA-Hev08

Gut Ding will Weile haben, so sagt der Volksmund. Nach einer Stunde Spielzeit rappelte es dann doch im FCH-Gehäuse. Ein Angriff, von Ercan Adsiz vorgetragen, findet Samer Mahmo zentral im Strafraum. Der Torgarant, der zuletzt wenig trainieren konnte, lässt seine Stärken aufblitzen, netzt ein zum 1:1 (60.min). Der Auetaler Anhang schnauft kräftig durch. Es hatte lange Zeit nach einer Niederlage ausgesehen. Würden wir doch mit Glück und einem Hauch von Können ein oder drei Punkte einfahren?

Es folgten verteilte Chancen auf beiden Seiten. Zunächst gab’s eine unfreiwillige Pause, weil Torwart ‚Bomber‘ Müller die Kontaktlinse herausgerutscht war. Ein kurzer Gang in die Kabine brachte die korrekte Sehstärke zurück, dann ging es weiter. Der SC Auetal bemühte sich um Torgefahr, der FC Hevesen blieb brandgefährlich bei den Kontern. Nach einem Auetaler Eckball (Eckenverhältnis 1. Halbzeit 6:0, 2. Halbzeit 4:5) stürmt Hevesen gefährlich vor, doch Florian Meyer klärt stark (73.min). Dann versucht es Marcel Diedler nach einem Feldmann-Eckball von der Strafraumgrenze. Sein Volley-Schuss streicht knapp über das Tor (75.min).

Aufregung gab es im Gegenzug im Auetaler Strafraum, als Alexander Enzi am Boden liegend den Ball an die Hand bekommt. Die Heveser fordern vehement Elfmeter. Doch Schiedsrichter Hajradaj lässt weiterspielen. Julian Seele ist außer sich. „Klares Handspiel, wenn auch nicht mit Absicht. Denn wenn der Auetaler Spieler den Ball nicht berührt, schieße ich ihn rein.“ Der FCH-Sturmtank reklamierte anschließend etwas zu heftig und sah dafür die gelbe Karte (75.min.).

171107 SCA-Hev11Die nächsten beiden Möglichkeiten hatte wieder Auetal. Schön von Marcel Diedler geschickt, prescht Florian Meyer über die rechte Seite vor. Sein Schuss trifft leider nur das Außennetz (83.min). Der Auetaler Anhang ließ verfrüht Torjubel erschallen. Doch wenig später war es dann soweit. Ein Solo von Tim Neermann gab der Auetaler Hoffnung auf einen Spitzplatz nun neue Nahrung. Neermanns Vorlage erreicht den Torgiganten. Samer Mahmo steht im Strafraum frei, trifft links unten: 2:1 (83.min). Alle Auetaler jubeln. Die Zuschauer mit Hevesener Herzen hadern mit dem Schicksal; gerecht war diese Führung nicht.

Hevesen bemühte sich natürlich um den Ausgleich, was unserem SCA nun Kontermöglichkeiten bot. Adsiz auf Mahmo (85.min), Rauhut auf Mahmo (86.min), in beiden Fällen ist FCH-Schlussmann Alex Kruse vor unserem Stürmer am Ball.

In der Schlussphase gab es zwei Szenen, in denen Hevesen erneut Elfmeter forderte: Bei einem Zweikampf Torwart Müller gegen Dennis Kleiber (87.min) blieb die Pfeife stumm. Ebenso bei einer Szene Felix Rauhut wieder gegen Kleiber (89.min). Die Auetaler Sichtweise war freilich eine andere. „Alles korrekt entschieden.“ Schiedsrichter Elvir Hajdaraj, der aus der Region Hannover nach Schaumburg zog und auf Bezirksebene pfeift, gilt als ein guter Unparteiischer, der sich durch nichts aus der Ruhe bringen lässt. Auch sechs Minuten Nachspielzeit waren korrekt.

Natürlich wurde es noch einmal hektisch, auch wenn Marco Gregor seine Mannschaft zu einer ruhigen Spielweise aufforderte. Eine Konterchance von Samer Mahmo wird geblockt. Den Nachschuss von Tim Neermann klärt FCH-Torwart Kruse mit dem Fuss (92.min). Es folgt ein Gäste-Konter mit Kopfballchance für Alexander Ott. Aber auch die Auetaler Abwehr passt auf und lenkt den Ball übers Tor (93.min).171107 SCA-Hev13

„Das war dreckig heute“, bewertete Kapitän Tobias Feldmann nach dem Schlusspfiff den Erfolg. „Das sind die Spiele, die du gewinnen musst“, stellte Marcel Diedler die Bedeutung des Sieges heraus. Marco Gregor trommelte nach Spielende die Mannschaft im Mittelkreis zusammen. „Es war das schlechteste Spiel, was ich seit 20 Jahren erlebt habe.“

Später in der Kabine dröhnte ein Schlager von Andy Bar aus der Lautsprecherbox: „Wir sind wieder da, wie jedes Jahr ist alles klar.“ Auch unser Trainer konnte wieder lachen, als er vom Ausrutscher der vermeintlich stärksten Mannschaft in der Liga hörte.  Die FSG Pollhagen-Nordsehl-Lauenhagen hatte ihr Heimspiel gegen Lauenau zeitgleich mit 1:4 in den Sand gesetzt. Das machte den Auetal-Trainer so glücklich, dass er noch in der Kabine überlegte, ob er gleich zur Freundin fahren soll zum Heldenzeugen.

 

S t a t i s t i k :

171107 SCA-Hev15SC Auetal  -  FC Hevesen    2 : 1    ( 0 : 1 )
Kreisliga Schaumburg,  Nachholspiel vom 11. Spieltag

Auetal:   Müller  -  Rauhut, Enzi, Dunkley (62. Struckmeier)  -  Adsiz, Feldmann  -  F.Meyer, Wagner, Neermann  -  Herrmann (70. Diedler), Mahmo    //    Trainer:  Gregor
Hevesen:   Kruse  -  Kauder, Levenhagen, Kammann, Ott  -  Keil (62. Vauth), Weber, Siekmeier (60. Kleiber), Vehling  -  Pöhler  -  Seele (77. Vogt)    //    Trainer:  Engwer

Schiedsrichter:    Elvir Hajdaray   (TuS Jahn Lindhorst)
SR-Assistenten:  Stefan Krause  (Beckedorfer SV)   +   Uli Schendel  (TSV Algesdorf)

Tore:   0:1 (29.) Seele, 1.1 (60.) Mahmo, 2:1 (83.) Mahmo
Gelbe Karten:   Auetal:  -   //   Hevesen:  Seele (75./Reklamieren), Ott (90./Foul)
Zuschauer:   61

 

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Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 10. November 2017 um 18:20 Uhr