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Stopp, Mann! PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Administrator   
Dienstag, den 21. Januar 2014 um 20:54 Uhr

Wie Frauen sich mit psychologischen Tricks und einfachen Verteidigungstechniken gegen Angreifer wehren

14selbstvert1„Stopp“, rufen die Frauen, machen dabei einen Schritt nach vorne und halten einen „Angreifer“ mit ausgestreckten Armen auf Abstand. „Selbstsicheres Auftreten ist das Wichtigste. Das schreckt ab“, erklärt Torsten Stielow den 15 Mädchen und Frauen im Alter von 13 bis 50 Jahren in der Sporthalle in Rehren.
Torsten Stielow, Kriminalbeamter, Verhaltenstrainer und Experte für Selbstverteidigung und Selbstbehauptung, bietet zusammen mit Paul Knauthe, ebenfalls erfahrener Kampfsportler, Selbstverteidigungs- und Selbstbehauptungskurse an, mit dem Ziel, das Selbstbewusstsein der Frauen zu stärken.
„Wichtig ist, dass Ihr Gefahren erkennt und vermeidet. Wenn das nicht möglich ist, müsst ihr genügend Selbstbewusstsein haben, Euch der Situation zu stellen“, so Stielow weiter .

„Um richtig handeln zu können, vermitteln wir unseren Kursteilnehmern nicht unbedingt nur Selbstverteidigungstechniken, sondern vor allem psychologische Hilfen“, erklärte Knauthe.
Psychologische Modelle und deren Anwendung wurden in der Sporthalle in Rehren wieder und wieder geübt. „Was nützt es Euch, wenn Ihr Kampftechniken beherrscht, aber im Ernstfall so geschockt seid, dass ihr völlig erstarrt“, sagte Stielow. Man könne sich durch gezieltes Training auf Stresssituationen vorbereiten, um dann im Falle eines Angriffs richtig zu reagieren. „Dazu müsst ihr aber üben, üben und nochmals üben“, rät Stielow. Einige einfache, aber effektive Selbstverteidigungstechniken wurden aber selbstverständlich auch einstudiert.
„Schließlich kann man nicht immer kommunizieren und nicht jeden Angreifer mit lautem Schreien abschrecken. Da ist es schon gut, einige effektive Abwehrtechniken zu kennen“, erklärte Knauthe. „Wir haben hier wirklich viel gelernt und schon jetzt fühle ich mich stärker und selbstsicherer“, erzählte die 19-jährige Rebecca, die aus Stadthagen ins Auetal gekommen war, um an dem zweitägigen Kurs teilzunehmen. „Es war mir wichtig zu lernen, wie ich mich in einer Stresssituation verhalten muss, wie ich damit umgehen kann und wie ich mich unter Umständen auch wehren kann“, erklärte Rebecca.
14selbstvert2Die 13-jährige Emelie war zunächst enttäuscht, dass nicht mehr Technik geübt wurde. „Rückblickend ist es aber so viel besser. Wenn ich jemanden anschreie und er lässt mich in Ruhe oder erschrickt so, dass ich weglaufen kann, dann ist mir mehr geholfen, als wenn ich mich körperlich wehren müsste. Dazu bin ich dann vielleicht doch zu schwach“, meinte das junge Mädchen.
Insgesamt zehn Stunden hat der Wochenendkurs umfasst. „Mit 15 Frauen waren wir auch wirklich ausgebucht, denn schließlich möchten wir noch auf jede Einzelne eingehen können“, erklärte Knauthe. Die Altersspanne von 13 bis 50 Jahren mache deutlich, dass wirklich jeder an einem solchen Kurs teilnehmen kann. „Eine besondere Sportlichkeit oder Fitness ist nicht notwendig“, erklärte Knauthe.

Das Trainer-Duo dankte Gaby Wedemeier für die Organisation des Kurses und dem SC Auetal für die Unterstützung. „Hier ist alles immer bestens organisiert und es geht familiär zu“, stellte Paul Knauthe fest und deutete auf den Tisch mit Kaffee, Tee, Bananen, Joghurt und Brötchen und anderen Leckereien zur Stärkung.
Aufgrund der großen Nachfrage wird der SC Auetal in jedem Fall bald wieder einen Selbstverteidigungskurs anbieten – jeweils für Frauen und auch für Kinder.

Falls Interesse an einem Kurs besteht, bitte schon jetzt bei Gaby Wedemeier anmelden. Wenn genügend Interessenten vorhanden sind, wird ein Termin „ausgeguckt“.
Informationen zu den Angeboten der Trainer findet man im Internet: www.sicherheitstraining-schaumburg.de.
(Kerstin Lange)

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 21. Januar 2014 um 20:57 Uhr