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Was von der Fußball-Euphorie übrig blieb... PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Administrator   
Dienstag, den 03. Juli 2012 um 16:47 Uhr

12SCA maedchenEs gab einen Grund zur Hoffnung – dass der Fußball für Mädchen endlich einen Aufschwung erlebt: die U-20-Frauen-Weltmeisterschaft 2010. Das Finale war damals in Bielefeld. Deutschland besiegte Nigeria mit 2:0. Was ist eigentlich daraus geworden? Ist der Juniorinnenfußball seither beliebter? Ein Besuch bei den Fußballerinnen des SC Auetal.

Der Sportplatz an der Autobahn: Die D-Juniorinnen des SC Auetal trainieren dort gerade. Trainerin Gaby Wedemeier hat mehrere gelbe und orangefarbene Hütchen in einer Linie auf dem Boden verteilt. „Das ist Koordinationstraining“, sagt sie, „den Kindern heutzutage fällt das wesentlich schwerer als den Kindern früher, denn heute wird nicht mehr so viel draußen gespielt.“ Bei Gelb müssen die Kinder auf dem linken Bein hüpfen und bei Orange auf dem rechten.

Es ist noch gar nicht so lange her. Seit Ende 2006 hat der SC Auetal eine Mädchenmannschaft. Seitdem ist auch Gaby Wedemeier Trainerin beim SC Auetal. Sie trainiert im Moment die D-Jugend, das heißt alle Mädchen, die 1999 geboren oder jünger sind. Ihre Mannschaft besteht aus 14 Spielerinnen. Wedemeiers Kollege Thomas Böttcher trainiert die B-Jugend, also alle Mädchen, die 1995 bis 1998 geboren oder jünger sind. Wedemeier selbst hat natürlich auch früher Fußball gespielt: „Bei uns gab es allerdings noch keine Mädchenmannschaften so wie heute, ich habe dann immer mit den Jungs auf dem Bolzplatz gespielt“, erzählt sie.

Wedemeier war damals bei dem U 20-Turnier in Bielefeld freiwillige Helferin. „Da hatte ich schon so ein bisschen das Gefühl, dass der Juniorinnenfußball einen Aufschwung erlebt“, sagt sie, aber: „Nein, dass jetzt deswegen die Vereine mit Nachwuchs überschwemmt werden, kann ich nicht sagen.“ Der Verein bietet jedes Jahr im Frühjahr einen Schnuppertag an, es wird auch viel über die Grundschule in Rehren geworben. „Da hatten wir dieses Jahr bei den Kleinen viel Zulauf“ sagt sie.

Bei den älteren der B-Jugend sei das Interesse vielleicht auch da, aber die hätten meist schon so viele andere Hobbys und seien zeitlich ausgelasteter wegen der Schule, sodass sie das nicht mehr schaffen, erklärt die Kathrinhägerin.

Aber Zuspruch hat der SC Auetal bei beiden Mannschaften auf jeden Fall. Da mittlerweile einige Mädchen für die B-Juniorinnen zu alt sind, stellt der SC in der nächsten Saison zum ersten Mal auch eine eigene 7er-Frauenmannschaft. Diese besteht bisher erst aus acht bis neun Mädchen oder Frauen: Das Mindestalter liegt hier bei 16 Jahren. „12 bis 13 sollten es eigentlich sein, damit man immer Spieler hat, falls mal jemand krank wird“, so Wedemeier. Weitere Spielerinnen sind also herzlich willkommen.

Die D-Jugend spielt auf Kreisebene. Samstags sind die Punktspiele. Dann wird gegen eine der insgesamt neun Mannschaften aus dem Kreis Schaumburg gespielt. Die Hinrunde geht von Ende der Sommerferien bis Oktober und die Rückrunde im nächsten Jahr von April bis Anfang Sommerferien. Dazwischen sind im Winter die Hallenpunktspiele. „Dieses Jahr sind wir Hallenmeister geworden“, freut sich eines der Mädchen. Das letzte Spiel der Saison haben sie gegen „Deister United I“ gewonnen. Somit sind sie Vierter geworden. Die D-Jugend spielt immer zwei Mal 30 Minuten. „Alle andere Regeln gelten bei uns genauso wie sonst auch beim Fußball“, so Wedemeier.

Was fasziniert die Mädchen eigentlich an Fußball? „Fußball macht einfach Spaß“, sind sich alle einig. Bei vielen liegt es aber auch schon in der Familie: „Mein Vater hat Fußball gespielt, meine Mutter hat Fußball gespielt und mein Bruder spielt auch Fußball“, erzählt eines der Mädchen. „Die Eltern müssen natürlich fest hinter dem Hobby ihrer Kinder stehen“, erzählt Trainerin Wedemeier.

Eine Mutter, die gerade ihre Tochter vom Training abholt, erzählt, dass sie schon Angst habe, dass sich die Kinder mal schwerer verletzen. „Aber Gott sei Dank ist noch nichts Schlimmes passiert“, sagt sie. Gaby Wedemeier erzählt auch, dass die Mädchen eher zurückhaltender im Angriff seien – nicht so bissig wie die Jungs. „Aber was die Mädchen dafür besser können, ist die Koordination“, sagte sie.

Die Mädchen des SC Auetal machen natürlich auch Ausflüge zusammen. „Letztes Jahr waren wir zelten in Münchehagen“, erzählt Wedemeier, „dort haben wir dann auch den Dinopark besucht und waren zusammen im Freibad.“ Und natürlich haben sie auch Fußball gespielt – gegen den befreundeten Verein aus Münchehagen. © Schaumburger Zeitung

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 03. Juli 2012 um 16:49 Uhr