Masters-Halbfinale: Eine Halbzeit prima mitgehalten, dann fehlte die Kraft

Selbst ein frühes 0:2 brachte uns nicht aus der Spur

Wenn Sie diese Zeilen lesen, ist das Masters-Turnier Geschichte. Sicher haben Sie den Weg des SC Auetals in diesem Wettbewerb verfolgt. Daher dürfen wir die Berichte aus den Tageszeitungen und in den Internetportalen www.schaumburg-sport.de und www.rinteln-sport.de als bekannt voraussetzen. Natürlich wird dort zeitnah informiert. Und schöne Fotos gibt es auch. Teils gegen Geld, teils auch für lau.

Lassen Sie uns in diesem Nachbericht den Schwerpunkt anders legen. Denn wann und wie der Gegner Rehren A/R zu seinen Toren kam, das interessiert hier an der Aue herzlich wenig. So freuen wir uns über eine prima Leistung in der 1. Halbzeit und beleuchten das Jahr 2016. Wieso? Sie werden sehen, äh lesen.

Dies Halbfinalspiel begann für uns schlecht, sehr schlecht. Nicht nur der Start, als Gegner MTV Amt Rodenberg nach sieben Spielminuten bereits 2:0 in Führung lag. Schon vorher war den Auetalern klar, dass nur ein Kraftakt helfen würde. Die Liste unserer Ausfälle war lang.

Dass Samer Mahmo seit Monaten Rückenprobleme hat und sich für die Liga schont, ist allgemein bekannt. Auch hatte die Corona-Welle uns erneut erwischt. Trainer Thomas Reh blieb noch zu Hause, Tim Neermann war nach überstandener Infektion nicht fit. Bene Friedrichs litt an einer Verletzung aus der Vorrunden-Partie. Und Philip Dunkley? Grüßte per What-App-Chat aus England vom Besuch bei seinem Vater. Die Reise war seit längerer Zeit geplant. Zwar nicht im Ausland, aber am Studienort Bremerhaven weilt Marco Hauser, war also auch fernab von dem Geschehen.

Wie sollen wir dies Spiel gegen den MTV einordnen? Es ist, als würden Sie mit einem E-Auto von Kathrinhagen Richtung München fahren. Bis zur Autobahn-Auffahrt ist es ein wenig holprig. Danach läuft’s bestens. Bis irgendwann auf halber Strecke die Akkuleuchte blinkt. Wenig später geht dann gar nichts mehr.

Genau lief es in diesem Spiel. Der holprige Start dauerte sieben Minuten, in denen uns die MTV‘er zwei Dinger in den Kasten hauten. Die Auetaler Antwort folgte aber prompt. Ein Einwurf von Basti Wagner erreichte Jan Köhler. Der zog zur Mitte und hämmerte die Kugel von der Strafraumgrenze hoch ins Netz. „Aus meiner Sicht hätte der Torwart den halten können“, urteilte Marcel Diedler zum Treffer, freue sich aber natürlich wie alle Auetaler übers 1:2 (8.min).

Die beiden ‚Rehrens‘ (d.h. der Gegner vom Amt Rodenberg und unser SC Auetal mit Rehren A/O als Zentrumsdorf) begegneten sich in der 1. Halbzeit auf Augenhöhe. Dass der MTV zur Pause mit 2:1 in Führung lag, war glücklich. Denn rechnen wir die Alu-Treffer mit hinzu, hätte es auch 3:3 stehen können. Auf unserer Seite trafen Pierre van de Löcht (10.min, Pfosten) und Basti Wagner (41.min, Oberkante Latte) die Tor-Umrandung; beim MTV war’s Malte Grittner (31.min, Pfosten).

Nach der Pause war der Akku leer. Der MTV nutzte die gut besetzte Wechselbank, während beim SCA nur Basti Wagner eine Torchance hatte. Doch Torwart Steege zeigte sich als Meister seines Fachs (53.min). Danach dominierte nur noch unser Gegner, das ‚falsche‘ Rehren also. Frederik Meier zeigte prächtige Paraden. Doch er und seine Vorderleute konnten drei weitere Tore nicht verhindern. Am Ende hieß es deutlich 1:5. Aus Sicht der 1. Halbzeit viel zu hoch; betrachten wir die 2. Halbzeit geht dieses Resultat jedoch in Ordnung.

Wir möchten unserem Gegner ein dickes Kompliment aussprechen, wie diese Mannschaft sich entwickelt hat. Bis 2017 waren wir Weggefährten in der Kreisliga – bei Vorteilen für unseren SC Auetal. 10 Siege, 4 Unentschieden, 4 Niederlagen ist eine solide Leistung gegen den ‚Männerturnverein‘. Eine Begründung, wieso es danach beim MTV steil aufwärts ging, lieferte ein Insider der Szene vom TuS Lüdersfeld: „Rehren A/R profitierte stark von der Jugendarbeit des JFV Bad Nenndorf. Dort haben vier Vereine ihre Kräfte gebündelt. Die stärksten Spieler landeten beim MTV.“

Dies zeigte sich in diesem Jahr (2022), als Rehren A/R die stärkste Saison spielte: Die Bestengruppe der Bezirksliga erreicht und nach dem Sieg über uns das Masters-Finale gebucht. Das ist schon eine starke Leistung und verdient Respekt.

2016 war dies anders. Verglichen mit der heutigen Situation gab’s Schatten für den MTV. Rehren A/R gewann den Kreispokal (3:0 über Engern), erhielt die Einladung zum ‚Masters‘. Ach, wäre man lieber zu Hause geblieben. Denn jenes 0:11 (!) gegen den FC Stadthagen in der Vorrunde ist kein Ergebnis, was auf der Titelseite des MTV-Geschichtsbuchs stehen wird. Torwart Steege, Kapitän Grittner und einer der Bruns (gegen uns spielten zwei mit diesem Namen) waren in jenem legendären Pleitenspiel dabei. Dass sie es besser können, zeigten sie vorige Tage gegen unsere Mannschaft.

Auch gegen den SC Auetal lief es in jenem Jahr nicht gut. Mit 7:2 gewannen die SCA-Kicker das Punktspiel an der Obersburg. Samer Mahmo (4), Patrick Schaper, Marc Steinsiek und Tim Neermann sorgten für die Treffer. Alle tragen heute noch das SCA-Trikot. Dem MTV wollen wir zugute halten, dass die Partie unter der Woche stattfand (23.8.16). Da ist es schwierig, die stärkste Besetzung aufzubringen.

Sei’s drum. Ein dickes Kompliment nach Rehren A/R für ihren Einzug ins Finale. Uns gleichfalls sehr viel Lob für diese engagierte Leistung in der 1. Halbzeit. Der Höhepunkt des Wettbewerbs war sicher unser Erfolg in der Vorrunde. Denn dass der Kreispokalsieger die nächste Runde schafft, geschah erst einmal bei dem ‚Masters‘. 2014 nutzte der TuS Lüdersfeld den Heimvorteil. Nun, acht Jahre später, standen wir im Halbfinale.

DER KREISPOKALSIEGER (bzw. sein Vertreter) BEIM ‚MASTERS‘ IN DER VORRUNDE:

2014: TuS Lüdersfeld – SC Obernkirchen 4:2
2015: TSV Algesdorf – VfL Bückeburg II 0:1
2016: MTV Rehren A/R – FC Stadthagen 0:11
2017: FSG Pollhagen/Nordsehl/Lauenhagen – TSV Algesdorf 1:6
2018: SC Auetal – VfL Bückeburg 1:8
2019: TSV Hagenburg* – VfR Evesen 2:4
2020 + 2021: kein Turnier / Corona-Pandemie
2022: SC Auetal – TSV Hagenburg 6:5 n.E.

* 2019 wurde SW Enzen Kreismeister und –pokalsieger. Anstelle des Kreispokal-Verlierers, der zu schwach empfunden wurde, schickte man den Kreisliga-Zweiten in den Wettbewerb

S t a t i s t i k

SC Auetal – MTV Rehren A/R 1 : 5 ( 1 : 2 )
27. Volksbank Masters Turnier in Lüdersfeld, Halbfinale

SCA: Meier – N. Brecht, Friedrichs, Feldmann, Steinsiek (78. Winkelhake) – Meyer, Moussa – Köhler, Herrmann – van de Löcht (70. Winkler), Wagner (78. Pernau) // Trainer: C. Hauser + J. F. Meyer (für den erkrankten Thomas Reh)

MTV Rehren A/R: Steege – J .L. Bruns, Paul, Wlodarski, M. Bruns – Grittner – Pinkenburg, Metzner, Thies (aber nicht Marco Thies) – Lattwesen, Blume // Eingewechselt: Jahn, J. Meyer, Cewe, Sommer, Köpper // Trainer: Rath

Tore: 0:1 ( 3.) Grittner, 0:2 ( 7.) Metzner, 1:2 ( 8.) Köhler, 1:3 (53.) Lattwesen, 1:4 (67.) Lattwesen, 1:5 (78.) J. Meyer

Schiedsrichter: Oemer Yetiz (SV Engern)
SR-Assistenten: Alex Fröhlich (VfL Eintracht Bückeberge) + Luc Gudweth (Schwarz-Weiß Enzen)

Gelbe Karten: keine

Zuschauer: 350

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