2:0 und 3:1 Führungen reichten nicht zum Sieg
Da wird doch der Hund in der Pfanne verrückt! Unsere ‚Erste‘ führte beim SV Engern mit 2:0 und 3:1, doch reichte es am Ende nur zu einem Punktgewinn. Nach souveräner 1. Halbzeit brach unsere Mannschaft später ein. Wie schrieb das Portal www.rinteln-sport.de so zutreffend: „Einen Fehler sollte keine Mannschaft in der Kreisliga machen: Man darf den SV Engern nie abschreiben.“ Das gilt speziell für unseren SC Auetal. Wir nehmen an, dass alle, die es interessiert, Artikel, Bilder und Video aus diesem Sportportal kennen.
Der Berichteschreiber konnte nur die erste Viertelstunde der Partie erleben. Die Fotos stammen jedoch vom gesamten Spielverlauf, denn Kevin Steierwald half fleißig mit „Guck mal, Engern hat heute gegen euch extra den Platz verkleinert“, meinte Thorsten Rinne, Trainer des FC Stadthagen und interessierter Zuschauer. Tatsächlich, das Spielfeld war um drei Meter geschrumpft. Strategie einer konditionsschwachen Engern’schen Mannschaft oder sonst was? Der Platzkassierer konnte aufklären: „Die Rasenfläche vor dem Tor wurde neu eingesät. Ob das Spielfeld später rückverlegt wird, weiß ich nicht. Entscheidet wohl der Trainer.“ Marco Gregor wird Bilanz ziehen, mit welchen Maßen der aktuell Tabellenvorletzte wohl besser klarkommt.
Blicken wir auf die Auetaler Tore. Philip Dunkley netzte vor der Pause zweimal ein (16./43.) und ließ den Auetaler siegesgewiss zum Pausenschluck marschieren. „Das erste Tor entstand aus einer Kombination“, so Philip. „Niklas Brecht spielte den Ball von hinten heraus zu Basti Wagner. Er lässt klatschen zu Florian Meyer. Von Flo kam dann der Steckerball. Ich gehe in die Schnittstelle der Abwehr, bin im Spiel eins gegen eins gegen den Torwart und schieße ins kurze Eck. Das zweite Tor entstand durch einen Aufbaufehler von Engern. Moussa fängt den Ball ab und spielte zu mir. Es waren noch zwei Abwehrspieler da, aber ich kam an Rinne vorbei und traf ins lange Eck. Der Ball schlug richtig gut ein! Leider stehen wir im Moment defensiv unsicher und kassieren zu viele Gegentore.“
Zum 3:1 Zwischenstand traf Niklas Brecht nach einem Basti-Wagner-Freistoß (63.). „Der Torwart wehrte nach vorn oben ob. Ich war schneller am Ball als Nils Rinne. Konnte aus relativ hoher Position in den Winkel schießen. Erst dachte ich, der Schiri pfeift ab, weil mein Fuß weit oben war. Aber alles schien korrekt zu sein. Der Treffer galt.“ Ach, hätte Schiedsrichter Luc Gudweth sich doch früher zu dem Schlusspfiff durchgerungen! In der Bundesliga gab es in den 1970er Jahren eine Szene, die Kult-Status erreichte. Wolf-Dieter Ahlenfelder (Oberhausen) war als Schiedsrichter ein geselliger Typ. Redete viel mit den Spielern, bekam vor der Bundesliga-Partie Werder – 96 einen Schnaps und Korn serviert. Anschließend verlor er die Zeit aus dem Blick. Pfiff die erste Halbzeit nach 32 Minuten ab. Unter Luc Gudweth, total abstinent, lief Samstag alles korrekt.
Schenken wir uns die Schilderung der Gegentreffer. Sie taten weh genug. „Die Stimmung war natürlich nicht so gut“, untertrieb Niklas Brecht die Gefühlslage in der Kabine. „Wir alle hatten uns den Start in der Saison anders vorgestellt. Aber im Grunde sind wir selbst dafür verantwortlich. Der Kader hat sich ja nicht groß verändert. Klar, wir vermissen Tob Feldmann. Er hat uns gutgetan. Rüttelte uns wach. Sprach wichtige Worte aus. Es fehlt nicht nur der ‚sichere Abwehrspieler Tobi‘ sondern auch eine Säule in der Mannschaft. Das merkt man nun extrem. Wir müssen wieder an die volle Leistungsgrenze gehen, über volle 90 Minuten und nicht nur in einigen Phasen des Spiels.“
Ein letzter Blick zum SV Engern. „Oliver Meinardus, der rechte Flügelspieler, hat mir gut gefallen“, zieht Niklas das Resümee. „Gerade in der 2. Halbzeit blühte er auf. Ich kannte ihn von früher, als ich eine halbe Saison in der Jugend bei Blau-Rot-Weiß spielte. Meinardus hat sich gut entwickelt, legte zwei Tore auf, brachte uns in Bedrängnis. Damit rettete er den Engern’schen das Unentschieden.“ Wir sehen, auch bei den Gegnern blühen Spieler auf, die man sonst nicht im Blickfeld hat.
S t a t i s t i k :
SV Engern: Lennart Dieterich – Marvin Harting, Nico Luther, Dennis Rinne (55. Azad Bozkurt), Leo Helmert (85. Philip Jonek) – Nils Rinne, Maxi Beißner – Oliver Meinardus, Patrick Ruhe, Oliver Watermann, Fynn Flentge // Trainer: Marco Gregor
SC Auetal: Marco Großardt – Nils Sudholt, Niklas Brecht, Felix Rauhut, Marc Steinsiek – Florian Meyer, Moussa Guire – Pascal Hain (58. Julien Erdmann), Sebastian Wagner (70. Tim Neermann), Philip Dunkley, Niklas Müller // Trainer: Thomas Reh
Schiedsrichter: Luc Gudweth (Schwarz-Weiß Enzen)
SR-Assistenten: Julian Krisp (Schwarz-Weiß Enzen) + Afram Bashar (SV NIenstädt 09)
Tore: 0:1 + 0:2 Philip Dunkley (16./43.), 1:2 Patrick Ruhe (58.), 1:3 Niklas Brecht (65.), 2:3 Nils Rinne (77./Foulelfmeter), 3:3 Fynn Flentge (89.)


