Üben, üben, üben

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17uebenueben01Ferienspaß: Sportabzeichen sind nicht so ganz nebenbei zu absolvieren

Der Junge schlendert eher lässig zum Absprung, und fast kann man sehen, was der Teenager denkt: Weitsprung aus dem Stand? Pfft. Mach ich doch mit links. Natürlich reicht es beim ersten Versuch nicht für die geforderte Weite, auch nicht beim zweiten, und selbst beim dritten Sprung, als er sich spürbar konzentriert und tief aus der Hüfte nach vorn schnellt, fehlen noch Zentimeter.

Das ist halt das Dumme am Deutschen Sportabzeichen: So ganz nebenbei, ohne Anstrengung, kann man es nicht erlangen. Etwas pointiert: Mal kurz am Dienstagabend auf dem Sportplatz an der Obersburg vorbeischauen, vier Disziplinen absolvieren und dann wird im Frühjahr die Urkunde mit der Ehrennadel, möglichst noch in Gold, vorbeigeschickt – nun, so läuft es meistens nicht.

17uebenueben02Und das ist auch gut so, denn das Deutsche Sportabzeichen möchte zweierlei erreichen: Es soll den Menschen wieder an den Sport heranführen – und an die Sportvereine selbst. Der Kreisportbund Schaumburg sieht es so: Wichtiger als die Prüfungen ist die Vorbereitung auf das Sportabzeichen, die sich über einen längeren Zeitraum erstrecken sollte. Zwei- bis dreimal pro Woche ist besser als ein noch so ausgiebiger Sport allein am Wochenende oder nur im Urlaub.

Die Anforderungen des Sportabzeichens ändern sich, je älter man wird, umso (relativ) einfacher wird es auch. Doch beim Blick auf die Anforderungstabelle stutzt der Redakteur: Bislang konnte er in seiner Altersgruppe den Bereich „Koordination“ mit Seilspringen abdecken, 40 Sprünge, Laufschritt ohne Zwischensprung, das bedeutet Gold und ist sportlich gesehen keine hohe Hürde. Jetzt geht es eine Altersstufe höher, aber die Anforderungen werden deutlich schwerer, 30 Mal Grundsprung, und bitte schön rückwärts, und zwar ohne Zwischensprung, sonst gibt es kein Gold.

17uebenueben03Es folgt daher ein Anruf bei Deutschen Olympischen Sportbund, der die Abzeichen verleiht. Nun ja, erklärt der Mitarbeiter in Frankfurt, generell würden die Übungen vom Deutschen Turnerbund ausgearbeitet, aber man müsse natürlich berücksichtigen, dass das subjektive Empfinden eine Rolle spiele: Was dem einen als schwerer erscheine, werde vom nächsten als deutlich leichter empfunden. Aber es sei natürlich nicht beabsichtigt, dass die Übungen mit ansteigendem Lebensalter schwieriger werden sollten. Daher vielleicht ein Vorschlag zur Güte: üben.

Beim SC Auetal geht man da mit gutem Beispiel voran. Jeden Dienstag, von 18 bis 19 Uhr gibt es die Möglichkeit für die Sportabzeichen zu üben, oder sie abzulegen. „Das machen wir auch auf jeden Fall noch bis zu den Herbstferien“, betont Sportabzeichen-Prüfer Cornelius Padberg.

© Schaumburger Zeitung / Frank Westermann

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