„Der Fußball ist ein Arschloch“

Abwehrfehler führte zur späten Pokal-Niederlage in Hagenburg

Den Pokalsieg zu erringen ist schwer. Viel schwerer ist es aber, diesen zu verteidigen. In den letzten sieben Jahren gelang dies niemandem. Zuletzt schaffte es der TSV Algesdorf 2010 bzw. 2011. Auch unser SC Auetal macht in der jüngeren Geschichte keine Ausnahme, denn bei der megaschweren Aufgabe in Hagenburg war Endstation. Wir unterlagen 0:2. Es hätte auch andersherum lauten können, denn zwei gleichwertige Mannschaften standen sich gegenüber.

Entsprechend enttäuscht und angefressen war Trainer Marco Gregor. Seine Stellungnahme im Video bei www.schaumburg-sport.de erledigte er in einem knappen Satz: „Der Fußball ist ein Arschloch.“ Drastisch gesprochen, denn gute Spiele werden oftmals nicht belohnt.

Natürlich war die Aufgabe beim Spitzenreiter Hagenburg ungemein schwierig. Doch will das Los oder die Zuteilung, dass oft die starken und die schwachen Mannschaften unter sich antreten. Auf diese Weise ist gesichert, dass in späteren Runden nicht nur noch Kreisligisten vertreten sind. Im Vorjahr hatten wir Exten (4:0) und Hagenburg (3:0) als Gäste an der Obersburg und meisterten die Aufgaben hervorragend. Diesmal war Pech im Spiel. Sowohl beim Los wie auch beim Spielausgang. Aber wir nehmen es, so wie es ist.

Lange stand es torlos … und mancher Zuschauer dachte bereits ans Elfmeterschießen, was über das Weiterkommen entscheidet. Dabei gab es durchaus Möglichkeiten auf beiden Seiten. Den besseren Auftakt erwischte Gastgeber Hagenburg. Nils Meyn (11.min) und Philip Böttcher (14.min) ballerten das Leders ans Aluminium. Durchschnaufen – da hatten wir Glück gehabt.

Sicher wäre dies Spiel anders gelaufen, hätte Schiri-Assistent Tim Wieggrebe einen besseren Tag erwischt. Gleich zweimal lag der junge Mann aus Algesdorf daneben, als er einmal Abseits gegen uns winkte und dann für Hagenburg die Fahne unten ließ. Natürlich geschieht dies alles ohne Absicht und ist der Schnelligkeit des Spiels geschuldet. Aber über Sieg oder Niederlage entscheidet dies schon.

Im Blickpunkt stand Tim Neermann. Unser schneller Stürmer wurde in der 1. Halbzeit zweimal steil geschickt und hatte freie Bahn zum Tor. In beiden Fällen wedelte Wieggrebe mit seinem Fähnchen. Schiedsrichter Gabriel Müller pfiff dann folgerichtig ‚abseits‘. Im ersten Fall lag Wieggrebe jedoch daneben. Wie unsere Zuschauer auf gleicher Höhe eindeutig feststellten, war dies KEIN abseits, wurde uns damit eine klare Chance geklaut. Beim zweiten Winken lag Wieggrebe jedoch richtig.

Es gab noch eine große Möglichkeit zur Auetaler Führung. In der 61. Minute flankt Tim Neermann scharf vor den Hagenburger Kasten. Samer Mahmo kommt zum Kopfball. Zum Tor sind es zwei Meter … aber die Kugel zischt vorbei. Hat eine Mannschaft einen guten Lauf, sind solche Chancen drin. Haften sich Pleiten, Pech und Pannen ans Spielgeschehen, geht solch ein Ball vorbei.

Das Schicksal spielte Hagenburg an jenem Abend in die Karten. Wir machten in der 2. Halbzeit das Spiel, fuhren Angriff auf Angriff Richtung Hagenburger Strafraum. Die Gastgeber selbst standen gefestigt hinten drin, lauerten auf Konter. Sie kennen diese Szene, liebe Sportfreunde: Ein Fehler kann das Spiel entscheiden.

So war es auch, als unser wackerer Janni Franke bei einem langen Pass des Gegners am Ball vorbeitritt. „Scheiß egal, darf nicht passieren. Weiß ich selbst“, meinte zerknirscht unser Mittelfeldspieler in der Kabine, als man ihn trösten wollte. Hagenburgs Dimitrij Salakin stürmte alleine auf unser Tor, legte ab zum mitgelaufenen Rune Wölke, der keine Mühe hatte und ins Tor schoss. 1:0 (79.min), die Hagenburger Führung. Der Treffer hätte allerdings nicht zählen dürfen, denn Salakin spielte den Ball nach vorne und Wölke nahm in Abseitsstellung an. Höchst ärgerlich aus Auetaler Sicht.

Entschieden war das Spiel nach einem „Sonntagsschuss“. So formulierten es die Schaumburger Zeitungen. Hagenburgs Kapitän Fieberg feuerte aus 30 Metern ab. Unser Torwart Metin Yetiz hätte kurzzeitig um zehn Zentimeter wachsen müssen, dann hätte er den Ball gehabt. So schlug das Leder unter der Latte ein. 2:0 für Hagenburg (84.min). Der Sack ist zu. Doch statt des Gegners sind wir eingetütet. Zumindest verhinderte Yetiz das 3:0, als unser Schlussmann einen Salakin-Schuss zur Ecke faustet (86.min).

Natürlich freuten sich die Hagenburger beim Schlusspfiff wegen ihres Weiterkommens. „Späte Tore, aber was soll’s. Geschafft ist geschafft“, schnaufte der Stadionsprecher durchs Mikrophon, wobei der Mann sich alle Mühe gab. Engagierte Durchsagen, fetzige Musik, die Hagenburg-Akustik stimmt. Vom Spektakel hat’s den Anschein, als seien 500 Besucher im Stadion. Die Auetaler Fans fuhren natürlich enttäuscht heim. Wir waren sicher nicht als Favorit zur Steinhuder-Meer-Straße gefahren. Doch Chancen für den Sieg waren vorhanden … vor ein paar Wochen beim Ligaspiel wie diesmal auch im Pokal.

Zwei Stimmen noch zum Abschluss des Berichts. „In der 2. Halbzeit war es ein Spiel auf ein Tor“, wertete unser Spartenleiter Volker Müller den Auetaler Sturmdrang. „Aber wir machen nichts draus.“ Vom Vorsitzenden Dieter Gruppe war zu hören: „Du kannst nicht jedes Mal den Pokalsieg feiern. Das wird zu teuer.“ Recht hat der Mann.

S t a t i s t i k :

TSV Hagenburg – SC Auetal 2 : 0 ( 0 : 0 )
Kreispokal Schaumburg, 2. Runde

Hagenburg: Schulz – Böttcher, Gallus, Aust, Jung – Elsner (80. Kowal) – Meyn, Fieberg, Lück (61. Trepte) – Blume (54. Salakin), Wölke // Trainer: Dyck
Auetal: Yetiz – F. Meyer, Gür, Dunkley – Steinsiek, JF Meyer – Schaper (55. Winkelhake), Moussa, Franke – Neermann, Mahmo // Traimer: Gregor

Schiedsrichter: Gabriel Müller (TSV Algesdorf)
SR-Assistenten: Tim Wieggrebe + Noah Müller (beide TSV Algesdorf)

Tore: 1:0 (79.) Wölke, 2:0 (84.) Fieberg
Gelbe Karten:
Hagenburg: Gallus (77./Foul)
Auetal: JF Meyer (49./Foul) Schaper (54./Foul) Steinsiek (90./Foul)
Zuschauer: 91

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