Samstag, 20 Jan 2018
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Die erste Niederlage PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Administrator   
Freitag, den 22. September 2017 um 13:47 Uhr

Alte Fußballweisheit lehrt: Wer seine Chancen leichtfertig vergibt, braucht sich nicht wundern, wenn der Gegner trifft

170917 Exten-SCA01Jetzt ist’s passiert, und das in doppelter Hinsicht. Fangen wir mit dem Positiven an: Die 1. Herrenmannschaft spielt in neuen Trikots. Schickes Grün mit schwarzem Unterbau, gesponsert von einem namhaften Autolackierer in Rehren A/O. Sieht schnittig aus, nur muss der finale Torschuss noch hineingewaschen werden. Damit sind wir beim zweiten, dem sportlichen Ergebnis. Das klingt ernüchternd. Im achten Ligaspiel gab es die erste Niederlage. Erstmals blieben wir ohne Torerfolg. Nicht gut, das wissen alle. Dabei hat sich die Mannschaft redlich bemüht und über weite Strecken das Spiel bestimmt. Doch eine alte Weisheit lehrt: Lässt man die Chancen aus, trifft irgendwann der Gegner.

170917 Exten-SCA02Die Auetaler hatten sich gut vorbereitet. Am Dienstag war Exten im Nachholspiel aktiv gegen die FSG PoNoLa (Ergebnis 0:1). Statt Training hatte Marco Gregor die ganze Mannschaft zum Spielbesuch gebeten, quasi zur gegnerischen Beobachtung. Wir zählten 73 Zuschauer an jenem feuchten Abend. Rechnen wir den Auetaler Tross mit 23 Köpfen ab, hätten sonst 50 Zuschauer nur die Partie gesehen. Genutzt hat’s wenig. „Ich hatte in beiden Spielen nach unterschiedlichen Systemen aufgestellt“, erläutert Extens Ruzmir Mehic später. „Gegen Pollhagen spielten wir 3-2-3-2; gegen Auetal im 4-4-2 System. Ziel war es, die Auetaler kommen zu lassen, damit wir Platz zum Kontern haben.“

Doch erst einmal zurück zu unseren neuen Trikots. An Grün-Schwarz muss sich der Auetaler Blick erst mal gewöhnen. Grün ist eigentlich die Farbe der weniger Erfolgreichen. Erinnert an Lüdersfeld, Möllenbeck und Krankenhagen, die wirklich keine Größen in der Kreisliga darstellen. Aber im Farbenspiel können wir im Laufe der Saison mit Siegen ja das Grün aufwerten. Marco Gregor beschlich jedoch eine böse Vorahnung. „Die Erfahrung lehrt, dass man in neuen Trikots das erste Spiel verliert.“ So war es auch.

170917 Exten-SCA11Beiden Mannschaften fehlten einige Akteure. Aus der Auetaler Stammbesetzung war Alex Enzi  kurzfristig erkrankt. Ercan Adsiz saß seine 5. gelbe Karte ab (= ein Spiel Sperre) und nutze diese Pause zum Türkei-Urlaub. Im nächsten Punktspiel gegen Hagenburg ist Ercan Sonntag wieder da. Bei Exten fehlten Michael Braunert (Oberschenkel-Verletzung) Martin Jaskulski (Erntefest), Sebastian Schmidt (vergrippt) und Fabian Brenneke. Im Gegensatz zum Pokalerfolg (4:0 für Auetal) waren beim Gegner aber Tim Kaufmann, Lars Anke und Phil Wehling wieder dabei. Wichtige Leute, was sich im Spiel herausstellte.

Die Auetaler Spezialität war in den letzten Wochen eine frühe Führung. Liegt unser SCA einmal in Front, werden die Gegner überrollt. Doch dieses Führungstor blieb aus in Exten. Wir zählten ein Chancenplus von 4:1 während der 1. Halbzeit. Es half nichts. Ernüchternd ging es mit 0:0 in die Kabine.

Dabei hatte der Auetaler Anhang bereits nach drei Minuten den Torschrei auf den Lippen. Doch Samer Mahmo traf freistehend nicht. Ähnlich erging es Lukas Herrmann (16.+35.min), der früh für Marc Steinsiek (Zerrung) eingewechselt wurde. Die letzte Chance im ersten Spielabschnitt hatte dann Samer in der 45.min, aber sein Schuss aus der Drehung ging drüber. Auch Exten bot sich eine dicke Möglichkeit. Andreas Kramer steht frei im Strafraum, doch Niklas Dohm wehrt ab zur Ecke (32.min).170917 Exten-SCA12

Zur 2. Halbzeit nahm Extens Trainer Mehic einen Wechsel vor. Benjamin Deppe, gerade aus dem Urlaub zurück, hatte noch nicht die Bindung zum Spiel gefunden und blieb draußen. Statt dessen kam Matthias Appel. Das Stürmer-Urgestein gab auf der rechten Seite richtig Gas. Doch dazu kommen wir später noch. Erst einmal durfte Exten sich unerwartet über seine Führung freuen, bei der die Auetaler Defensive fleißig Hilfe leistete. Unsere Verteidiger rechneten mit einem weiten Abschlag und waren vorgerückt. Stattdessen landete der Ball zu kurz beim Gegner. Ein geschickter Pass in die Schnittstelle erfreute Felix Kaufmann, und Exten führte 1:0 (47.min).

„Was wir heute an Chancen verballert haben ist großes Kino“, grantelte nach dem Spiel Marco Gregor. „Aber wenn wir schon kein Tor machen, müssen wir wenigsten zu Null spielen.“ So war es leider nicht. Das Auetaler Auslassen an Torchancen ging weiter. Einen Mahmo-Freistoß wehrt Torwart Krohn nach vorne ab. Phil Dunkley prescht heran, ballert das Leder aber übers Tor (50.min). Es folgen einige Auetaler Ecken, die nichts einbringen. Auch Samer Mahmo hat den Torerfolg zu Hause gelassen. Zwei Möglichkeiten (74.+80.min), nichts. Ein Doppelpass mit Tobi Feldmann verfehlt das gegnerische Tor um Zentimeter (81.min).

170917 Exten-SCA19„Lars Anke hatte zu mir während des Spiels gesagt: Wenn ihr eure Dinger reinmacht, sind wir tot“, berichtet Marcel Diedler später von Dialogen auf dem Platz. Symptomatisch war die Szene in der 82.min, als Basti Wagner den Ball von außen zu Tim Neermann bringt. Der steht frei vor der Bude. Das muss ein sein - doch nein - hier trügt der Schein - Tim hämmert übers Tor. „Ein Field-Goal!“ vergleicht unser Offensivmann diese Szene mit einer anderen Sportart und ist verzweifelt. „Der Ball hatte solche Wucht, dass er in Goldbeck landete und gerade Richtung Hameln rollt“,  beschreibt Henne Ebeling die Szene später in der Kabine. „Wir waren besser als die und haben einfach unsere Chancen nicht genutzt“, ärgert sich Tobias Feldmann.

Wie das so ist, die Auetaler treffen nicht … statt dessen dann der Gegner. „Wir machten auf, die haben uns dann überlaufen“, schildert Henne Ebeling die Szenen in der Schlußphase. Nach einem Freistoß baut Lars Anke per Kopf die Führung Extens aus (2:0 ( 90.min). Der quirlige Matthias Appel nagelt den Sarg dann zu (3:0 / 90+2.min), als er per Konter allein aufs Tor zuläuft und trifft.

Müll, Müll, Müll !!! „Dass wir hier 3:0 verlieren, ist starker Tobak“, meinte Marco Gregor in der Kabine zu den Spielern. „Wie Exten hier drei Tore machen konnte, wissen die selbst nicht.“ Besonders ärgerte unseren Trainer, dass durch die letzten Szenen das Auetaler Torverhältnis verballert wurde. „Der Gegner lacht sich ins Fäustchen. Aber diese Niederlage haben wir uns selbst zuzuschreiben.“170917 Exten-SCA27

„Es kommen wieder bessere Zeiten“, muntert vor der Kabine Marco Lackner Felix Rauhut auf. „Das 3:0 war in der Höhe natürlich voll verdient“, ergänzt noch Extens Abwehrspieler und beide lachen über diesen Scherz. Nun ja, das Gefühl der hohen Niederlage kennen beide Seiten. Wir siegen im Pokal mit 4:0 … und Exten kontert in der Liga gleichfalls deutlich (3:0).

Marco Gregor findet für seine Spieler aber auch lobende Worte: „Bei aller Enttäuschung: Wir haben 90 Minuten auf ein Tor gespielt und alles probiert. Keiner hat es verdient, für irgendwelche Fehler angeschwärzt zu werden.“ Laute Musik kam nur aus der Extener Kabine. Im Auetaler Trakt herrschte stille Trauer. Extens Betreuer Gerd Wolter beschreibt es so:  „In der 2. Halbzeit war es ein Spiel auf ein Tor. Aber der zwingende Abschluss hat bei euch gefehlt.“

170917 Exten-SCA29Eine andere Sicht hat Sieger-Trainer Ruzmir Mehic. „Viele sagen, Auetal hätte mehr vom Spiel gehabt. Aber es hängt von der Taktik ab. Wir haben uns zurückgezogen, damit wir Platz nach vorne haben. Hinten standen wir gut. Auetal hatte sicherlich seine Chancen. Wir aber auch. Bedanken dürfen wir uns bei Torwart Christian Krohn, der in der 1. Halbzeit zweimal Klasse hielt. Gefährlich wurde es für uns zwischen der 70. und 80. Minute, als Auetal enormen Druck machte. Aber das kostet Kraft, und wenn der Gegner so weit aufrückt, kommen Konterchancen. Meine Jungs haben sich hochgepuscht und wollten zeigen, dass sie Auetal schlagen können.“

Das hat ja auch geklappt. Für uns geht es am Sonntag ins Heimspiel gegen Hagenburg (Obersburg, 15 Uhr). Der Bezirksliga-Absteiger ist schwer einzuschätzen, zählt sicher zu den stärkeren Mannschaften in Schaumburg. Exten hat eine vermeintlich leichtere Aufgabe zu lösen und reist nach Lüdersfeld.

Damit dieser Artikel versöhnlich endet, zitieren wir noch einmal Ruzmir Mehic. Der Exten-Trainer gab als Ausblick: „In meinen Augen ist Auetal einer der besten Mannschaften der Kreisliga und wird am Ende auch hoch oben stehen. Persönlich halte ich sie für stärker als Rinteln.“ Na, hoffen wir, dass alles auch so kommt.

 

S t a t i s t i k :

170917 Exten-SCA30TSV Eintracht Exten  -  SC Auetal    3 : 0    ( 0 : 0 )
Kreisliga Schaumburg,  8. Spieltag

TSV E. Exten:   C.Krohn  -  Bub, T.Kaufmann, Lackner (84. Bedey), M.Krohn  -  Deppe (46. Appel), Kramer, Wehling, Druffel  -  F.Kaufmann, Anke    //   Trainer:  Mehic
SC Auetal:   Dohm  -  Rauhut, Diedler, Dunkley  -  JF Meyer, Ebeling  -  F.Meyer, Feldmann, Neermann  -  Steinsiek (9. Herrmann, 64. Wagner), Mahmo    //    Trainer:  Gregor

Schiedsrichter:    Björn Förster  (Schwarz-Weiß Enzen)
SR-Assistenten:  Klaus-Dieter Kreft  +  Julian Krisp   (beide Schwarz-Weiß Enzen)

Tore:   1:0 (47.) F. Kaufmann, 2:0 (90.) Anke, 3:0 (90.+2) Appel
Gelbe Karten.
Exten:    T. Kaufmann (49./ Foul), Appel (67./ Foul), Lackner (78./ Foul)
Auetal:   Ebeling (57./ Foul)
Zuschauer:   101

 

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Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 22. September 2017 um 14:01 Uhr