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RÜCKBLICK: Vor 50 Jahren lief’s im Kreispokal erstaunlich ähnlich PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Administrator   
Freitag, den 14. Juli 2017 um 16:43 Uhr

Nordsehl und eine Auetaler Mannschaft standen im Finale

Wie lief’s bei Kathrinhagen und Rehren A/O?

17 1 Kreispokalfinale Schaumburg-Lippe_Hagenburg-NordsehlDie Sommerpause ist zu Ende. Seit einer Woche schwitzen unsere Fußballer bereits im Training und arbeiten für den Erfolg der kommenden Saison. Gestatten Sie hier einen Blick zurück. Wir stöbern im Kalender der Vergangenheit, tauchen ein halbes Jahrhundert ab und blicken ins Jahr 1967.

Zu jener Zeit waren die meisten Leser noch nicht auf der Welt. 1967? Geschenkt, da war doch wenig los. Keine Fußball-Weltmeisterschaft. Der Bundeskanzler hieß Kurt Georg Kiesinger, mehr eine Randnotiz bei den Regierungschefs. In den Hitparaden dominierten die Rolling Stones, Beatles,  Bee Gees und Kinks. Ein gewisser Scott McKenzie besang den Hippie-Kult von San Francisco.

17 2 Kreispokalfinale Rinteln verschobenUns interessiert natürlich die Fußballszene. Dort muten die Titelträger abenteuerlich an. Eintracht Braunschweig gewann die Deutsche Meisterschaft, zum ersten und wahrscheinlich auch zum niemals wiederkehrenden Mal. Die Braunschweiger „Löwen“ mußten allerdings hart kämpfen. Sie spürten den heißen Atem der Münchener im Nacken. Es waren aber nicht die Bayern, die an der Titeljagd beteiligt waren, sondern als Vizemeister  der TSV 1860 München. Doch auch die Bayern durften sich über eine Trophäe freuen. Im DFB-Pokal-Finale besiegten sie den Hamburger SV mit  4:0. Realisten meinen, ein solches Endspiel könnte durchaus wiederkehren. Nur dass der HSV inzwischen noch deutlicher verliert.

17 3 Kreispokalfinale Rinteln_Rodenberg-HattendorfIm Europapokal der Landesmeister (inzwischen Champions League) war Celtic Glasgow beste Mannschaft. Heute gleichfalls undenkbar. Und hier in Schaumburg? Der Kreis Schaumburg hatte zwei Gesichter, unterteilte sich in die „Grafschaft Schaumburg“ mit Hauptstadt Kathrinhagen … äh, nein … Rinteln und in den Kreis „Schaumburg-Lippe“.  Beim Erstgenannten reichte die Region bis hinter Hessisch-Oldendorf,  beim anderen bis ans Steinhuder Meer.

Auch im Fußball gab es zwei Kreise. Sie hatten eigene Kreisligen und spielten jeweils ihren Kreispokalsieger aus. Dazu später mehr. Stärkste Mannschaft der Region war übrigens der SV Obernkirchen. Die Gelb-Schwarzen kickten in der Verbandsliga, damals die dritthöchste (!) Spielklasse. Die Ligen waren jedoch stärker verästelt als heute. Unter der Bundesliga kamen fünf Regionalligen, darunter eine Vielzahl von Verbandsligen. Gegner von Obernkirchen waren u.a. HSC Hannover, Wunstorf, Eldagsen, Preußen Hameln.

Unter der Verbandsliga platziert war die Bezirksliga (4. Liga) mit drei Schaumburger Vereinen: FC Stadthagen, SV Nienstädt 09, SC Rinteln. Darunter die Bezirksklasse (5. Liga), wobei die Schaumburger Vertreter in unterschiedlichen Staffeln spielten. In der einen Engern, Exten und der TuS Deckbergen; in der anderen Enzen, Lindhorst und Bückeburg. Die Residenzstädter, heute Aushängeschild der Region, stiegen aber gerade ab.

Als 6. Liga präsentierte die sich die 1. Kreisklasse. Jetzt wird es interessant, denn von unseren  Vorgängervereinen war KATHRINHAGEN hier vertreten. Wir präsentieren Ihnen zwei Berichte, wie’s denn in Kathrinhäger Fußballkreisen damals abging. Am Ende konnte der TSV soeben die Klasse halten.17 4 Bericht 1.Kreisklasse_SVOIII-Kathrinhagen

In der 2. Kreisklasse Rinteln (7. Liga) war Rehren A/O vertreten. Die Liga war zu unbedeutend, so dass die Presse nur die Ergebnisse mitteilte und auf Spielberichte verzichtete. Wer waren damals Gegner des TuS Rehren A/O? Kathrinhagen II, Hattendorf, Krankenhagen, Höfingen, Obernkirchen IV … um nur einige zu nennen.

Der  KREISPOKAL  hatte in jener Zeit noch nicht den hohen Stellenwert wie heute. Zuschauerzahlen bei den Finalspielen wurden in der Presse nur gelegentlich genannt. In den 1960 und 1970 Jahren wollten 150-200 Besucher die Endspiele sehen.  Als Beispiel mag der 25. Mai 1975 gelten, um Auetal hier ins Gespräch zu bringen. Der TSV Kathrinhagen stand im Endspiel, schlug die Reserve des TuS Hessisch-Oldendorf mit 5:2  Für die Tore sorgten Klaus Debus (2), Richard Möller (2) und Heinrich Achilles. Der starke Peter Hafenrichter, der zwei Torvorlagen gab, sah kurz vor Schluss die rote Karte. Ach ja, die Zuschauer:  180 waren 1975 beim Finale.

17 5 Bericht 1.Kreisklasse_Kathrinhagen-GroßenwiedenZurück ins Pokaljahr 1967. Es gab zwei Fußballkreise, also auch zwei Kreispokalendspiele. Doch manches wiederholt sich.  Standen in diesem Jahr die FSG Pollhagen-Nordsehl/Lauenhagen und unser SC Auetal sich gegenüber, durften vor 50 Jahren auch zwei Clubs aus diesen Dörfern Final-Luft schnuppern. Im Norden stand Nordsehl im Endspiel, im Süden Auetal. Stimmt nicht ganz, zwar war’s ein Auetaler Club, doch spielte im Finale der SV Hattendorf.

Beide Endspiele sind bemerkenswert und geben aus heutiger Sicht Anlass zum Schmunzeln. Für Nordsehl gab’s im Endspiel nichts zu holen. Das Finale fand in Lauenhagen statt (3.6.1967), man unterlag dem TSV Hagenburg deutlich mit 2:7. Es wäre sicher knapper ausgegangen, hätten die Nordsehler ihren Spielmacher Bönisch dabei gehabt. Der war jedoch verhindert. Er heiratete (!!!) am Tag des Kreispokalfinales. Heute wäre es ein Grund, die Hochzeit zu verschieben. Heiraten kann man schließlich mehrmals im Leben. Ins Kreispokalfinale kommt man als Spieler aber meist nur einmal  -  wenn überhaupt.

Auch der Süden hatte seine Tücken mit dem Kreispokalfinale. Wir sprechen hier vom Fußballkreis Rinteln (Grafschaft Schaumburg). Das Endspiel sollte am 27. Mai in Apelern stattfinden. Am Morgen des Finaltags (!!!) lasen mögliche Zuschauer dann in der Presse, dass dieses Spiel verschoben werden muss. Grund ist ein „Kreisfeuerfest“ (was immer das sein mag), was nebenan stattfindet.

Erstaunlich, dass den lokal Verantwortlichen dies einen Tag vor dem Endspiel auffällt. Dabei wäre die Lösung doch so einfach. Lasst die Fußballer antreten und alle anderen das Feuerfest drum herum betreiben. Man würde es heute wohl als „kontrollierte Pyrotechnik beim Endspiel-Kick“ beschreiben.17 6 Vorschau 2.Kreisklasse mit Rehren AO

Besagtes Endspiel im Kreis Rinteln fand zwei Wochen später statt. Finale:  SG Rodenberg - SV Hattendorf. Wie ging es aus? Sie ahnen es. Geschichte wiederholt sich. Die Glückgöttin ist gegen Auetaler Clubs. Die Hattendorfer unterlagen 1:2. Wann fiel das Tor der Niederlage? Genau, die letzte Spielminute war’s. Wahrscheinlich sahen die Hattendorfer genauso traurig aus wie unlängst Tobi Feldmann, dessen trauergeplagtes Gesicht die Titelseite in der Zeitung zierte.

FAZIT ZU JENER ZEIT:  Manche Vereine, die höher spielten, sind verschwunden. Aber suchten ihr Heil in der Fusion, was aber meist den Tod auf Raten darstellte. Die Auetaler Verantwortlichen haben alles richtig gemacht. „Kreisliga“ klingt doch gut, auch wenn es heute nur die 8. Liga ist. Dazwischen rückten mittlerweile die 2. Bundesliga, 3. Liga, Oberliga  ...  was es in alten Zeiten alles noch nicht gab. Der Spaß am Spiel ist jedoch allen geblieben, damals wie auch noch heute.

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 14. Juli 2017 um 16:50 Uhr