Samstag, 21 Apr 2018
Sie sind hier: Start Fußball Aktuelles Trainerduo plant zum Abschied den Coup
Trainerduo plant zum Abschied den Coup PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Administrator   
Donnerstag, den 14. Februar 2013 um 08:45 Uhr

Dieter Wagner und Jens Kästel hören beim SC Auetal zum Saisonende auf / Platz zwei ist das Ziel

13fussballIn den letzten drei Saisonspielen vor der Winterpause verspielte der SC Auetal die Möglichkeit, ein ganz großes Ding zu drehen. 14 Spiele lang saß das Team vom Trainerduo Dieter Wagner und Jens Kästel der "Übermannschaft" des VfL Bückeburg direkt im Nacken, führte sogar zeitweise die Tabelle an. Dann kamen die Pleiten gegen SW Enzen (1:2), TSV Algesdorf (1:4) und SV Engern (2:4) und damit verlor der Tabellenzweite die Tuchfühlung auf die Bückeburger Zweitvertretung. Acht Punkte beträgt er Rückstand der Auetaler, allerdings hat der SC ein Spiel weniger absolviert als der Spitzenreiter.

Verlauf und Befinden

Das Auetaler Trainergespann ist zufrieden mit dem zweiten Tabellenplatz. Die drei Niederlagen in Folge seien zwar extrem ärgerlich, haben aber auch Gründe. "Der Akku war leer. Wir mussten in der Hinrunde oft wichtige Leistungsträger wie Samer Mahmo, Tim Radtke oder Frederik Meyer verletzungsbedingt ersetzen. Das soll nicht als Entschuldigung dienen, aber wir haben nicht die Breite im Kader, um Ausfälle von Top-Spielern langfristig zu kompensieren. Wir müssen in jedem Spiel an die Leistungsgrenze gehen, um die Spiele zu gewinnen. Zum Hinrundenende war die Mannschaft platt und mental nicht auf der Höhe", hat Jens Kästel analysiert. Das Positive überwiegt aber. Nach der Auftaktpleite gegen den SV Engern und dem Remis beim Aufsteiger FSG Pollhagen-Nordsehl/Lauenhagen spielte sich die Mannschaft förmlich in einen Rausch. In den nächsten zwölf Spielen feierte der SCA elf Siege, nur das Spitzenspiel bei der Bückeburger Reserve ging durch einen Treffer in der Schlussminute mit 1:2 verloren. "Das war richtig klasse. Da hat die Truppe super Fußball gespielt", lobt Kästel seine Jungs. Mit fußballerischer Leichtigkeit und Spaß wurden die Erfolge eingefahren. Da will das Trainerduo die Mannschaft wieder hinbringen. Nach dem letzten Spiel hat der SCA eine fast zweimonatige Pause eingelegt. Seit dem 31. Januar bitten Wagner und Kästel die Spieler wieder zum Mannschaftstraining. "Die Jungs sollten die Birne freibekommen. Die Hallenrunde war durchwachsen. Wir hätten gerne die Sparkassen-Masters-Endrunde erreicht, haben aber unsere gute Ausgangsposition nicht zur Qualifikation nutzen können. Jetzt geben die Spieler wieder Gas, absolvieren in vier Wochen eine knackige Vorbereitung", versichert Kästel.

Personen und Protagonisten

Ein echtes Seuchenhalbjahr musste Torjäger Samer Mahmo verkraften. In der Spielzeit 2011/2012 kam Mahmo auf 22 Saisontore, in dieser Serie ist er noch ohne Torerfolg. Das hat seine Gründe. Der Auetaler Goalgetter war ständig verletzt. "Samer hat nur vier, oder fünf Spiele gemacht und in denen war er nicht fit. Jetzt ist er beschwerdefrei und ich hoffe, er kann uns in den verbleibenden 13 Spielen viel Freude bereiten", erklärt Kästel. Auf dem Weg zum Führungsspieler befindet sich Alexander Enzi. Der Innenverteidiger hält die Defensive zusammen und glänzte schon als fünffacher Torschütze. Nach einer Fußballpause haben sich Carsten Buchmeier und Sebastian Vauth in die Stammelf gearbeitet. Buchmeier hat auf der Sechs starke Spiele gezeigt, Vauth beackert die rechte Seite. Ausnahmespieler bei den Auetalern ist nach wie vor Frederik Meyer, der im Mittelfeld die Fäden zieht.

Taktik und Strategie

Der Tabellenzweite setzt entweder auf ein 4-3-2-1- oder ein 4-4-2-System. "Das hängt davon ab, ob unsere Stürmer fit sind", verrät Kästel. In der Hinrunde agierte der SCA oft mit nur einer Spitze, das soll sich in der Rückrunde ändern. "Mahmo ist wieder fit, Marco Thies ist ein ausgebufftes Schlitzohr. Das sind zwei gute Stürmer", weiß Kästel. Aus der eigenen Jugend stoßen mit Sebastian Wagner und Matthias Steinsiek zwei talentierte Offensivkräfte dazu. "Zwei gute Youngster, die ihre Chancen bekommen werden", glaubt Kästel, dass die A-Junioren in der Kreisliga bestehen können. Im Auetal herrscht ein "Wohlfühlklima". Zwar würden viele Spieler von anderen Trainern angebaggert, aber dann letztendlich doch beim SCA bleiben. "Ein Team aus Auetaler Jungs, verstärkt mit zwei, drei Top-Kräften. So soll die Zukunft des Vereins aussehen", verrät Kästel die Philosophie des Klubs.

Ausblick und Zukunft

Das erfolgreiche Trainergespann Dieter Wagner und Jens Kästel wird es in der neuen Saison beim SC Auetal nicht mehr geben. Kästel wird neuer sportlicher Leiter beim SCA, Wagner ist offen für eine neue Herausforderung. Das Duo wird von Björn Schütte - aktuell Torwart beim Bezirksligisten SV Nienstädt - beerbt. "Wir mussten Handeln, da unser Stammkeeper Frederik Althoff am Saisonende studienbedingt nicht mehr zur Verfügung steht. Da erschien mir die Lösung mit einem jungen, hungrigen Spielertrainer als optimale Sache", begründet Kästel die Schütte-Verpflichtung. Einen Wermutstropfen muss das Trainerduo aber noch verkraften. Der vor der Saison als "Rakete" angekündigte Tim Radtke mutierte zum "Rohrkrepierer". Radtke lief nur neunmal für den SC Auetal auf. Der sechsfache Torschütze verletzte sich im Top-Spiel in Bückeburg an den Bändern, fiel bis zur Winterpause aus und war nicht mehr gesehen. Stattdessen heuerte der torgefährliche Mittelfeldspieler beim Bezirksligisten SV Obernkirchen an. Dort ist er im März nach der obligatorischen Sperre spielberechtigt. Die Auetaler müssen diese Unwägbarkeiten meistern, die Truppe ist stark genug, um den zweiten Tabellenplatz abzusichern. Die größte Gefahr geht von SW Enzen und SV Engern aus. Die Meisterschaft geht an den VfL Bückeburg II.

"Aufstieg durch die Relegation ist viel schöner!"

"Dieter Wagner und ich wollen uns mit der Vizemeisterschaft verabschieden. Ein Aufstieg durch die Relegation ist sowieso viel schöner. Das wäre unser Traum", erklärt Wagner-Partner Jens Kästel. Die Bückeburger Reserve sei durch, der VfL habe zu viel Qualität im Kader. "Wir müssen Platz zwei absichern. Der SV Engern und SW Enzen sind die Hauptkonkurrenten. Die wollen uns noch abfangen", weiß Kästel, der nach der Winterpause von Spiel zu Spiel schauen möchte. Wichtig sei es, gut aus den Startlöchern zu kommen. Engern ist punktgleich mit dem SCA, Enzen liegt nur einen Zähler zurück. "Wir haben aber noch ein Nachholspiel in der Hinterhand und können den Vorsprung ausbauen. Wenn sich keiner verletzt, die Stammformation zur Verfügung steht und wir noch mehr Konstanz in unsere Leistungen bringen, dann ist die Vizemeisterschaft möglich. Und wenn es nicht klappt, wird keinem der Kopf abgerissen, dann greifen wir im nächsten Jahr richtig an", versichert Kästel.

© Autor: Sebastian Blaumann / Schaumburger Zeitung

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 14. Februar 2013 um 09:06 Uhr